NORDDEUTSCHER SCHÜTZENBUND VON 1860 e.V.
 

Marten Reuter Deutscher Meister

Bei den Deutschen Meisterschaften Flinte FITASC Compak-Sporting errang Marten Reuter aus Hamburg-Niendorf den Deutschen Meisterstitel in der Juniorenklasse.

Wie die Eltern, so der Sohn: Marten Reuter, 15 Jahre jung, begleitete seine Eltern bereits als Kind zur Jagd und zum Wurfscheibenschießen. Bei den vom 16.-18.04.2021 am Dornsberg in Baden- Württemberg ausgetragenen Deutschen Meisterschaften errang er im Wettbewerb Flinte FITASC Compak-Sporting Junioren den 1. Platz mit 147 von 200 Scheiben. 

Mit 10 Jahren begann Marten im Sommer 2016 bei Jerry Parks Young (von 2001-2007 Staff Senior Tutor der Clay Pigeon Shooting Association (CPSA/England) seine grundlegende Ausbildung im Flinten­schießen. Ihm widmete Marten seinen Titel. 

In England gehört das Flintenschießen auf Wurfscheiben an etlichen Schulen zum Schulsport, sobald die Kinder eine Flinte sicher handhaben können. Es gibt dort keine beschränkende Mindestaltersgrenze, wie in Deutschland.  

Seit 2019 ist Marten Mitglied im „Club für jagdliches und sportliches Schießen e.V.“, Segeberg. Seine Flinte ist eine für die Disziplin eher untypische Browning B25 Skeet mit Schafterhöhung für 12 €, fixiert mit Paketband. Nach über 50 Jahren im Einsatz noch immer ein verlässliches Sport­gerät.  

Es sollte ein lockeres Vater und Sohn Wochenende sein. Die Teilnahme an der DM an sich und das gemeinsame Erlebnis waren für beide das Ziel. Nun wurde es zu einem unvergesslichen Erlebnis mit einem sensationellen Ergebnis. 13 Treffer vor Max Steinhausen von den Dornsberg Schützen, der mit 134 Scheiben auch eine großartige Leistung gezeigt hat. Bei ähnlich gutem technischem Können gibt mitunter fokussierte Nervenstärke den Ausschlag. „Have your toolbox to break different clays and then ... mindset is everything“, meinte Jerry stets zu Marten. 

Am Freitag vor den beiden Wettkampftagen hatten die Schützen die Möglichkeit, sich den Parcours mit den Flugbahnen der Wurfscheiben anzusehen und zu schießen. „Der Trainingstag lief noch nicht optimal“, so der Deutsche Meister. „Aber man konnte sich ein Bild von dem Parcours machen, und ich habe Tipps von einem erfahrenen Schützen bekommen. Das hat mir beim Wettkampf sehr geholfen“, sagte Marten.

Die Disziplin Compak wird auf einem Jagdparcours von 4 Ständen mit jeweils sechs Maschinen geschossen.  Die Schützen sind in so genannten Rotten zu sechst eingeteilt. Jede Rotte hat ihre feste Startzeit. Jeder Stand hat fünf aktive Schützenplätze und eine Warteposition für den sechsten. Jeder Schütze muss jede der fünf Schützenpositionen durchlaufen. Für jede Schützenposition werden fünf Scheiben geworfen, mithin 25 je Schütze je Stand. Die besondere Herausforderung beim Compak ist, dass die Wurfscheiben in unterschiedlichen Schwierig­keitsgraden als Einzelscheibe, Doublette auf Schuss und Simultandoublette geflogen kommen. Die Flugbahnen sind alle höchst unter­schied­lich, z.B. abfliegend, ankommend, kreuzend, dabei steigend oder fallend und mit verschiedenen Geschwindigkeiten. Nach dem Training änderte die Wettkampfleitung die Flugbahnen für die Wettkampftage.

Am nächsten Tag ging es für Marten um 8.50 Uhr los. Im Laufe des Tages beschossen die Schützen die ersten 100 von 200 Scheiben. „Die erste Runde lief mit 19 Treffer sehr gut, aber dann hatte ich leider einen kleinen Leistungsabfall, so dass ich am ersten Tag auf 70 Treffer kam“, so Marten. „Das war für den ersten Wettkampf nicht schlecht, aber bei besserer Konzentration hätte ich ein paar Scheiben mehr treffen können“, meinte Marten kritisch. Der zweite Tag zeigte auf jedem Stand ein neues Layout. Die Reihenfolge, in der die Scheiben geworfen wurden, war geändert. Für Marten lief es sogleich besser an. Nachdem er auf zwei Ständen 20 und 21 Treffer gehabt hatte, war der An­sporn groß. Am Ende kam er auf sehr gute 147 Treffer, und konnte damit den Deutschen Meister­titel einfahren.

Die Siegerehrung konnte er kaum abwarten. Die Medaillen wurden auf großen Feldsteinen mit Abstand zueinander abgelegt. Nach Aufruf trat jeder Schütze nach vorn und konnte sich seine selbst um den Hals hängen. Stolz und glücklich nahm Marten Applaus und Glückwünsche entgegen.

„Der Erfolg ist schön und ich bin sehr glücklich, aber die gemeinsame Zeit, die man an den beiden Wettkampftagen im Gespräch verbracht hat, ist auch sehr wichtig.“, so Marten.

Diese Deutsche Meisterschaft war pandemiebedingt etwas Besonderes. Es gab viele Auflagen, wie die AHA-Regeln und verbindliche Schnelltests, indes weder Gemeinschaftsräume noch Aufenthalts­zelte. Der Rück­zugs­ort für die Schützen und Kampfrichter war das eigene Auto oder Wohn­mobil. Zum Mittag wurde für zwei Stunden Essen zum Mitnehmen angeboten. Alle diese Ein­schränkungen nahmen die 112 Schützen aus elf Landesverbänden, darunter drei Schützen aus unse­rem Verband, gerne in Kauf. Denn es war die erste Deutsche Meisterschaft in dieser Disziplin seit 2018.

DSB Vizepräsident Sport Gerhard Furnier lobte die Schützen für ihre Disziplin und dankte den Dornsberg Schützen für die Ausrichtung. Sie hatten an beiden Wettkampftagen einen attraktiven und anspruchsvollen Parcours unter Beachtung aller gesetzlichen Auflagen zusammengestellt. Auch die Polizei, die sich vor Ort ein Bild von den Maßnahmen machte, zeigte sich zufrieden über deren Einhaltung und die Disziplin der Schützen.

Seine sportliche Freizeit verbringt Marten gern mit Aikido, Waldläufen und im Basketballteam der „Wildcats“ des NTSV Hamburg. Jugendliche und Junioren, die sich für das Flintenschießen interessieren, können mit Marten über den NDSB-SH Kontakt aufnehmen.

 

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