Eine Sportschützin visiert das Ziel mit ihrem Gewehr an
Jugend Berichte
13. September 2026
Margrit Kunde

Bogen DM in Wiesbaden – Bronze zum Abschluss der Jugendklasse

Ein persönlicher Wettkampfbericht von Emil Sperber

Vom 11. bis 13. September 2026 fand in Wiesbaden die Deutsche Meisterschaft im Bogenschießen statt. Für mich begann der Wettkampf am 11. September – und dieses Turnier war etwas Besonderes für mich, denn es war meine letzte Deutsche Meisterschaft in der Altersklasse Recurve Jugend. Entsprechend groß war die Motivation, die Jugendzeit mit einem guten Ergebnis abzuschließen.
In der Qualifikation erreichte ich 648 Ringe. Mit meiner Leistung war ich dabei nur bedingt zufrieden, da ich wusste, dass ich noch etwas mehr hätte herausholen können. Dennoch reichte das Ergebnis für den zweiten Platz in der Qualifikation und damit für eine sehr gute Ausgangsposition für die anschließenden K.-o.-Matches.
Das Achtelfinale konnte ich mit 6:0 deutlich für mich entscheiden. Im Viertelfinale traf ich dann auf einen guten Bogenschützenfreund aus Bayern, mit dem ich während der Sommerferien vier Tage gemeinsam trainiert hatte. Dadurch war dieses Match für mich sicherlich nicht ganz einfach. Die freundschaftliche Verbundenheit hat bei mir durchaus eine gewisse Hemmung ausgelöst, gegen ihn konsequent zu schießen. Trotzdem gelang es mir, mich mit 6:4 durchzusetzen und damit den Einzug in das Finale der besten vier Schützen zu sichern.
Am nächsten Morgen begann das Training bereits um 9 Uhr auf dem Trainingsfeld neben dem Kurhaus. Das Halbfinale startete um 10:40 Uhr nach den Matches der Mädchen.
Gegen Jannik Heinrich konnte ich meine Leistung aus der Qualifikation und den vorherigen Matches leider nicht vollständig abrufen. Vor allem fehlte mir in den entscheidenden Momenten der Mut, den Schuss konsequent durchzuziehen. Ich zögerte zu häufig, was sich letztlich auch im Ergebnis widerspiegelte. Mit 4:6 musste ich mich geschlagen geben und hatte damit die Chance auf Silber oder Gold verpasst.
Nach dem Halbfinale wollte ich mich jedoch nicht lange mit der Niederlage beschäftigen. Stattdessen nutzte ich die Zeit auf dem Trainingsfeld gezielt, um genau das Problem anzugehen, das mir im Halbfinale zum Verhängnis geworden war: das Zögern im Schuss. Ich wollte den Kopf freibekommen, wieder Vertrauen in meinen Schuss entwickeln und mich mental auf das Bronzefinale vorbereiten.
Gegen 14:20 Uhr war es dann soweit. Im Bronzefinale stand ich Johannes Berner gegenüber. Diesmal gelang es mir, mit der notwendigen Selbstsicherheit in den Schuss zu gehen. Gleich mit dem ersten Pfeil eröffnete ich das Match mit einer 10. Das war für mich ein wichtiges Zeichen und gleichzeitig die Bestätigung, dass die Arbeit auf dem Trainingsfeld Wirkung gezeigt hatte. Der Knoten war geplatzt.
Von da an konnte ich mein Schießen konsequent durchziehen und gewann das Bronzefinale souverän mit 6:0. Dabei schoss ich 29, 29 und 27 Ringe.
Die Bronzemedaille ist für mich ein sehr schöner Abschluss meiner Zeit in der Altersklasse Recurve Jugend. Besonders wichtig ist für mich dabei nicht nur die Medaille selbst, sondern auch die Erfahrung, nach dem verlorenen Halbfinale noch einmal zurückzukommen und sich mental neu auszurichten.
Wiesbaden hat mir gezeigt, dass neben Technik und Training vor allem Selbstvertrauen und die Fähigkeit, auch in entscheidenden Situationen mutig zu bleiben, eine große Rolle spielen. Mit dieser Erfahrung gehe ich nun in die nächste Saison und damit in die Juniorenklasse. Dort wartet eine neue Herausforderung auf mich, auf die ich mich sehr freue.

Fotos: Eckhard Frerichs

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