NORDDEUTSCHER SCHÜTZENBUND VON 1860 e.V.
 

100 Jahre Schützenverein Klein Wesenberg - 100 Jahre Sport, Tradition und Geselligkeit

Der Schützenverein Klein Wesenberg kann auf erfolgreiche 100 Jahre Schützenwesen zurückblicken. Wie schon seit 1920 wurde das Jubiläumsschützenfest wieder Pfingsten ganz groß mit vielen Ehrengästen aus Sport und Politik gefeiert.

 

Begonnen hat das Fest bereits am Pfingstsonnabend mit der Eröffnung des Festplatzes und dem Zauberer Hektor. Am Abend fand dann die Königsproklamation mit anschließender Schlager-Party bis in die frühen Morgenstunden statt.

Pfingstsonntag lud der Verein zu einem Pfingstgottesdienst im Festzelt mit Pastor Graf und dem Kirchenchor mit anschließender Feierstunde ein, zu der der erste Vorsitzende Andreas Möller zahlreiche Ehrengäste begrüßen konnte.

Pastor Graf ging im Gottesdienst auf den guten Zusammenhalt zwischen Kirche und Schützenverein Klein Wesenberg ein. Als ich vor 12 Jahren als Pastor in Klein Wesenberg anfing, fand natürlich in meiner Kirche ein Pfingstgottesdienst statt. Aber die Kirche blieb weitgehend leer. Da ich neu in der Gemeinde war, wusste ich natürlich nicht, dass die Schützen und Bevölkerung im Festzelt waren um ihr Schützenfest zu feiern, sagte Pastor Graf. Also verlagerten wir den Pfingstgottesdienst von der Kirche einfach in das Festzelt. Und dieses wird nun schon seit zehn Jahren erfolgreich durchgeführt so Pastor Graf. Wie gut der Zusammenhalt ist, beweist auch dass die Kollekte an diesem Tag für eine neue Baumbepflanzung am neu geplanten Bogenplatz gedacht ist. Dafür müssen auf dem Gelände welches der Kirche gehört, ein paar Bäume gerodet werden, und natürlich müssen dann an einer anderen Stelle wieder neue Bäume gepflanzt werden.

Anschließend erinnerte Vorsitzender Andreas Möller an die Anfänge des Schützenvereins Klein Wesenberg. Am Freitag, den 25. Juli 1919 wurde der Verein als „Schützenbund von Klein Wesenberg“ gegründet. Dazu waren 14 Herren in den Gasthof „Zur Fähre“ gekommen, und die Anwesenden wählten Gemeindevorsteher Fritz Schmidt zum ersten Vorsitzenden. Ab 1921 nannte sich der Verein „Schützenverein Klein Wesenberg und Umgegend und der Schützenverein erhielt von der Kirche die Erlaubnis, in den „Klein Wesenberger Tannen“ auf dem jetzigen Gelände, einen Schießstand für 175 Meter Großkaliber zu bauen. Im gleichen Jahr wurde unter der Leitung des Gründungsmitglieds Fritz Oldörp eine Schießhalle gebaut und es wurde eine Vereinsfahne angeschafft. 1979 wurde eine neue Fahne angeschafft.

Im Jahre 1924 kam Willy Kröger an die Spitze des Vereins. Er leitete den Verein über gute und schlechte Zeiten fast 40 Jahre, bis 14. Januar 1961. 1924 wurden die ersten Schützenuniformen angeschafft und es wurde ein Tontaubenstand errichtet. 1932 schloss sich der Verein mit Berkenthin, Siebenbäumen und Kastorf zu einer Gemeinschaft zusammen, die von da an alljährlich den „Horridopokal ausschossen. Die letzte Mitgliederversammlung fand damals am 29. Juni 1940 statt. Da wurde der Beschluss gefasst eine Jugendabteilung zu gründen, aber auf Grund der Kriegsereignisse konnte keine Jugendabteilung mehr gegründet werden. Da nach dem Krieg allgemeines Schießverbot galt, ruhte das Vereinsleben. Als die Beschränkungen gelockert wurden nahm Willy Kröger die Vereinsarbeit wieder auf, und seitdem wurde geplant gebaut und es ging voran. Ein Scheibenstand wurde wieder aufgebaut, das Horrido-Schießen wurde wieder durchgeführt und am 16. April 1955 wurde dann eine Jugendabteilung gegründet. 1953 kaufte der Verein eine Baracke, den Ursprung des jetzigen Schützenhauses. Viele Baumaßnahmen wurden in den letzten Jahrzehnten auf der Anlage durchgeführt, so dass das Schützen- und Gemeinschaftshaus zu den mordernsten in Schleswig-Holstein gehört. Bis dahin war es jedoch ein steiniger Weg, mit einigen Hürden des deutschen Behördendschungel. Nach diversen Gesprächen, Gutachten und Bergen von Paragraphen konnten durch viele freiwilligen Helfer, Eigenmittel, Sponsoren und die Zuschüsse der Gemeinde ein moderner Schießstand gebaut werden.

Am 14. Januar 1961wurde Herbert Möller, der Vater des jetzigen Vorsitzenden Andreas zum ersten Vorsitzenden gewählt. Unter seinem Einsatz erreichte der Verein unvergessene Höhepunkte, was besonders das Schützenfest anlangte. Von 1963 bis 1965 feierte man, wegen des großen Besucherstroms in einem gemieteten Zelt, was an der Schützenhalle aufgestellt wurde. 1965 gründete der Verein dann mit sieben anderen Schützenvereinen eine Zeltgemeinschaft, die bis 1985 bestand. Seit 1970 feiert der Verein im Gastronomiezelt des Schützenbruders K.-Friedrich Freitag, also in diesem Jahr zum 50. Mal. Nach langer Diskussion mit den Männern wurde dann am 22. Oktober 1968 eine Damenabteilung gegründet. Ein Jahr später feierte man dann ganz groß das 50-jährige Bestehen des Vereins. Am 23. Oktober wurde die Jugendstandarte geweiht und überreicht. Am 14. November 1978 verstarb der 1. Vorsitzende Herbert Möller auf tragische Weise, seine Nachfolge trat Wolfgang Töpper an. Am 23. Januar 1981 wurde Uwe Möller, der schon seit 1970 zweiter Vorsitzender war und jetziger Ehrenvorsitzender ist, zum ersten Vorsitzenden gewählt. Bereits zwei Jahre vorher, 1989 gründete der Verein als einer der ersten Schützenvereine im Kreis eine Bogensportabteilung. Pfingsten 1994 wurde das Jubiläumsschützenfest, aus Anlass des 75jährigen Bestehens, groß gefeiert. Seit 1994 gibt es das Amtswehrschießen in den Klein Wesenberger Tannen, hierdurch wurden enge Freundschaften und kameradschaftliche Verbindung mit den Feuerwehren des Amtes und dem Verein geknüpft.

1995 gab der erste Vorsitzende Uwe Möller, ein Enkel des Gründungsmitglieds Emil Möller, sein Amt in jüngere Hände ab. Dieter Wille musste aber aus beruflichen Gründen dieses Amt bereits nach drei Jahren wieder abgeben, seitdem ist der heutige Vorsitzende Andreas Möller der Chef des auf 260 Mitglieder angewachsenen Vereins. Am 16. April 2005 feierte die Jugendabteilung ihr 50-jähriges Bestehen und am 23. September 2018 konnte die Damenriege ihr 50-jähriges Bestehen feiern.

Bereits sieben Mal stellte der Verein Kreiskönige und Kreisköniginnen: Hans-Hermann Schmidt (1985), Günter Jakubowski und Vera Günzel (1987), Erwin Maaß (1989 u. 1994), Eveline Steffen (1990) und Bärbel Schmidt (2003).

Gegen den allgemeinen Trend hat der Verein durch seine Vielfalt der angebotenen Sportarten in den letzten Jahren einem enormen Zuwachs an Mitgliedern. Der Schützenverein bietet Lang- und Kurzwaffe, Klein- und Großkaliber, Bogen, Sommerbiathlon und auch Field-Target an.

Und es stehen schon weitere Projekte an um die Vielfalt noch zu erhöhen. Eine neue Laufstrecker für Sommerbiathlon durch den Wald, die Renovierung des geschützten Bogenplatzes, oder auch der Zugang zu dem Langwaffenstand für Menschen mit Handicap sind die nächsten Projekte.

Der Schützenverein Klein Wesenberg ist seit 100 Jahren ein wesentlicher Bestandteil des

Gemeindelebens in Klein Wesenberg, so Bürgermeister Herbert David in seinem Grußwort. Sichtbares Zeichen dafür ist unser schönes Schützen- und Gemeinschaftshaus, das auch anderen Sportgruppen und den Bürgern zur Verfügung steht. Alles begann einmal mit einer Baracke für Flüchtlinge vor über 60 Jahren, seitdem hat die Gemeinde – wie kaum eine andere – große Summen in den Ausbau und die Förderung des Schützensports investiert. Und Zusammen mit dem ehrenamtlichen Einsatz der Schützinnen und Schützen ist der Schützenverein Klein Wesenberg heute zu einem modernen, erfolgreichen und über die Gemeindegrenzen hinweg bekannten Verein gewachsen. Hervorgehoben hat Bürgermeister Herbert David die Damenabteilung. Was vor 60 Jahren fast undenkbar war, dass Frauen in den Schützenverein aufgenommen werden ist heute ein Selbstverständlichkeit. Ob sportlich oder auch traditionell, ohne unsere Damen wäre das Schützenleben wesentlich ärmer. Zum 100 jährigen Bestehen überreichte Herbert David an den Vorsitzenden Andreas Möller einen Gutschein über 1.000 €.

Wie die meisten Vereine hat auch der Schützenverein Klein Wesenberg von 1919, wie wir heute schon gehört haben, eine wechselvolle Geschichte, sagte der Präsident des Norddeutschen Schützenbundes  Peter Kröhnert, Bei allen Erfolgen und Ereignissen, auf die hier verwiesen wurde kann und soll aber  nicht verschwiegen werden, dass es in all den Jahrzehnten auch Hürden und Schwierigkeiten zu bewältigen waren. Sicher ist, wir werden nicht müde, dafür zu kämpfen, dass Sportschießen bei der breiten Maße als Sport anerkannt wird. Aber dieses ist manchmal ein schwieriges Unterfangen. Besonders dazu beigetragen hat das wache Auge des Gesetzes, das uns neuerdings quasi ins Visier genommen hat. Es stimmt mich traurig, dass wir mit Ereignissen, die wir als sehr schlimm empfinden, immer in Verbindung gebracht werden, so Präsident Peter Kröhnert. Es ist vor allem unfair gegenüber denen, die in das Vereinsleben viel Kraft und Geld investiert haben. Möge es dem Schützenverein Klein Wesenberg und Umgegend gelingen, diesen gesunden Geist im Vereinsleben auch in Zukunft zu erhalten, ihn zu festigen und pflegen.

Eine Besondere Ehrung hatte Präsident Peter Kröhnert noch für den Vorsitzenden Andreas Möller und den Schatzmeister Hans-Walter Horn. Andreas Möller ist bereits seit 21 Jahren Vorsitzender und Hans-Walter Horn schon mehr als 30 Jahre Schatzmeister. Beiden verlieh Präsident Peter Kröhnert die Medaille Dank und Anerkennung in Silber des Norddeutschen Schützenbundes.

100 Jahre Schützenverein heißt Tradition, Kameradschaft und Gemeinschaft leben, so KSV Vorsitzender Adelbert Fritz. Es bedeutet unzählige Stunden mit Eigenleistungen bei der Modernisierung, bei den wöchentlichen Trainingsabenden, bei der Organisation und Durchführung der jährlichen Schützenfeste. Aber auch das Ausrichten von Meisterschaften, oder internationalen Begegnungen, wie der mit den jungen Bogensportlern aus Ägypten. Mitgliederwerbung durch die Kooperation mit der Grundschule, wo seit 2014 wöchentlich Bogenport angeboten wird. Ihr Verein hat sich zu einem Zentrum des Schießsports für Nordstormarn entwickelt, das auch dank der Unterstützung des Kreissportverbandes, so Adelbert Fritz. Viele sportliche Erfolge bis hin zu den Deutschen Meisterschaften haben sie errungen. Ein ganz großes Talent wuchs hier im Verein heran. Henrik Hornung wurde dank hervorragender Jugendarbeit in ihrem Verein, mehrfacher Landes- und Deutscher Bogenmeister. Natürlich kam auch Adelbert Fritz nicht ohne leere Hände. Er überreichte dem Verein einen Gutschein über 300 € vom Landessportverband für die Jugendarbeit. Dazu verlieh er vom Landes- und Kreissportverband noch jeweils eine Ehrenurkunde.

Gemeindewehrführer Hans-Joachim Möller überbrachte die Grüße der 18 Feuerwehren aus dem Amt Nordstormarn. Über vier Generationen hat sich das Schützenwesen in unserer Gemeinde aufgebaut, gepflegt und weiter entwickelt so Hans-Joachim Möller. Neue Sportarten sind entstanden, aus der „Alten Holzbaracke“ entstand in unserer Gemeinde eine der mordernsten Schießsportanlagen in Schleswig-Holstein. Ihr habt immer Glück gehabt, Personen, Mitglieder und Vorstände zu finden, die euren Sport und die Vereinsinteressen vertraten. Möge das in Zukunft auch so bleiben! In all den Jahren gab es immer eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen den Schützen und den Feuerwehren. Es ist und war uns immer eine Freude, mit Euch im Sinne des harmonischen Dorflebens zusammenzuarbeiten.

Seit nunmehr 43 Jahren gibt es den Klein Wesenberg Ringel, so Erika David. Mit Handball fing damals alles an, und als es im Herbst und Winter zu kalt wurde gründeten wir unseren Gymnastikverein, so Erika David. Einmal die Wochen dürfen wir im Schützen- und Gemeinschaftsraum unsere Gymnastik betreiben. Wir kamen in all den Jahren sehr gut miteinander aus und unterstützten uns.

Das letzte Grußwort war Jörg Schumacher von der Sparkassenstiftung und Nina Beuck von der Sparkasse Holstein vorbehalten. Und die hatten zum Abschluss der Feierstunde, dann noch ein besondere Überraschung für den Verein. Für die Jugendarbeit bekamen sie ein Lichtpunktgewehr von der Firma Meyton überreicht und zum neuen Fahnenschrank gibt es einen Zuschuss.

Die Gäste kamen natürlich nicht mit leeren Händen, es gab einige Flachgeschenke, Plaketten und Ehrengaben. Auch die befreundeten Schützenvereine und Gilden überbrachten viele Glückwünsche und Präsente.

Nach einem reichhaltigen Imbiss traf man sich zum großen Schützenumzug durch die Gemeinde Klein Wesenberg.