NORDDEUTSCHER SCHÜTZENBUND VON 1860 e.V.
 

Jens Büchner wieder zum Kreisvorsitzenden gewählt

Auf dem Schützentag des Kreisschützenverbandes Pinneberg wurde Jens Büchner wiedergewählt, auch der Kreisschatzmeister Klaus-Jürgen Bruhn erhielt das Vertrauen der 64 stimmberechtigen Delegierten.

Zum Kreisschützentag in Halstenbek, der durch den Fahneneinmarsch und Totenehrung eröffnet wurde, konnte Kreisvorsitzender Jens Büchner zahlreiche Ehrengäste begrüßen. Dazu gehörten der Bürgermeister Claudius von Rüden, der stellvertretende Vorsitzende des Kreissportverbandes Pinneberg Uwe Altemeier, der erste stellvertretende Landrat Manfred Kannenbäumer, der erste Vizepräsident des Norddeutschen Schützenbundes Günther Kaste der MdB Ernst Dieter Rossmann, sowie der Ehrenvorsitzende des Kreisschützenverbandes Pinneberg Rolf Slomian und das Ehrenmitglied Horst Wundrack.

Ich bin leider kein Schütze, weder im Sternzeichen noch sonst wie eröffnete der erste stellvertretende Landrat Manfred Kannenbäumer sein Grußwort. Meine Erfahrungen mit dem Abfeuern von Geschossen sind daher eher verbaler Natur. Dieses passiert schon mal in politischen Debatten, in denen gelegentlich auch mal scharf geschossen wird, wobei es dort auch mal den einen oder anderen Querschläger, auch innerhalb der eigenen Fraktion, gibt. Aber das ist auch das Wesen der Demokratie. Der erste stellvertretende Landrat war ein wenig überrascht, welch lange Tradition das Schützenwesen hat, denn sie können auf mehr als eine 800 jährige Geschichte zurückblicken.

Manch ein unguter Gedanke beschleicht mich aber, wenn ich sehe, dass anscheinend ausgelöst durch die Silvesterereignisse 2015/2016 die Anträge auf kleine Waffenscheine sprunghaft angestiegen sind und leider seitdem auch auf einem hohen Niveau verbleiben. Einige Bürger wähnen sich in Gefahr und vertrauen anscheinend nicht mehr der Sicherheit unseres Staates. Ich befürchte eine Überreaktion, die sogenannte „German Angst“ hat so manchen Bürger ergriffen. Besonnenheit wäre besser, Sachkunde noch besser! Und das ist es auch, was ich an den Schützenvereinen so schätze, sie sind sachkundig, sagte Manfred Kannenbäumer.

Sie halten den Schießsport hoch, haben tolle sportliche Erfolge vorzuweisen so der Bürgermeister Claudius von Rüden. Er dankte auch im Namen der Gemeinde Halstenbek aber vor allem den vielen Ehrenamtlern. Die Schützen zeigen aber nicht nur gute sportliche Leistungen, und feiern ihre traditionellen Schützenfeste, sie nehmen auch am Volkstrauertag teil, damit halten sie auch die Erinnerungen hoch. Wir als Gemeinde unterstützen das Ehrenamt, aber wir wollen auch den Sport fördern, deshalb wollen wir hier in Halstenbek einen Bogenplatz bauen. Dafür ändert die Verwaltung und Politik sogar den Flächennutzungsplan. Das ist ein Engagement wo wir uns bewusst für sie einsetzten, damit sie auch in Zukunft ihren Sport ausüben können. Und gerade der Bogensport erfreut sich großer Beliebtheit, damit sie da weiter kommen und besonders die Jugend ansprechen, ist unser Ziel so Bürgermeister Claudius von Rüden.

Bei der Lektüre der Verbandszeitschrift habe ich gelesen das sie einen Deutschen Meister in ihren Reihen haben, dafür möchte ich nicht nur Uwe Heincker ganz herzlich gratulieren, sondern auch dem Kreisverband, das sie so einen herausragenden Sportler haben, so der MdB Ernst Dieter Rossmann in seiner Grußworteröffnung. Aber der MdB lobte nicht nur die Leistung von Uwe Heincker, sondern alle Sportler, denn alleine die Qualifizierung zu einer Deutschen Meisterschaft ist schon eine sehr große Leistung.

Ihr Vorsitzender ist einer wackerer Streiter für das ehrenamtliche Engagement. Im Koalitionsvertrag der Bundesregierung steht auch, dass sie das Ehrenamt stärken wollen, aber sie hat noch nicht konkret festgesetzt wie es umgesetzt werden soll. Vom Sport wird mit recht eine Erhöhung der Übungsleiterfreibeträge und eine Verbesserung der Ehrenamtsfreibeiträge gefordert. Ich gebe Herrn Büchner recht, dass wir es noch nicht umgesetzt haben, aber wir haben das Ziel nicht aus den Augen verloren. Das Ziel halten wir im Auge, und ich werde mich als Bildungsminister dafür einsetzten, dass wir in der Legislaturperiode zumindest noch einen ersten Einstieg finden.

Der stellvertretende Vorsitzende des Kreissportverbandes Pinneberg und Sportschütze bei der Elmshorner Schützengilde Uwe Altemeier begann mit dem Satz, den Dr. Helmut Kohl am 1. Juni 1995 sagte: „Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen und die Zukunft nicht gestalten“. Ein wirklich wahrer Satz, aber was genau heißt das eigentlich in der heutigen schwindelerregenden Zeit für unsern Präzisions-Sport und unserem Schützenwesen?

Im aktuellen und wohl auch im kommenden Jahrzehnt, werden gerade in Deutschland, deutliche Veränderungen stattfinden. Viele Menschen, so auch ehrenamtlichen Vorständen von Vereinen machen gerade diese spürbaren gesellschaftliche Veränderung Kopfzerbrechen… ja sogar Angst.

Viele Vereine können oder stellen sich lieber gar nicht erst die Frage, wie es in zehn Jahren mit dem Vereinsleben aussieht. Neulich bei der Sportlerehrung der Stadt Elmshorn wurde ich kurz nachdenklich. Hier wurden die herausragenden 315 Sportlerinnen und Sportler des Jahres 2018 geehrt. Die Mannschaft des EMTV Degen-Fechter wurden für ihren Landesmeistertitel geehrt und standen in voller Montur auf dem Treppchen… mit ihrem Sportgerät… dem Degen. Auch Angela Spieck wurde geehrt, komischerweise hatte sie kein Sportgerät, das KK-Gewehr, nicht mit auf dem Treppchen. Okay, wir können den Unterschied schon erklären… wir Sportschützen müssen uns ja immer irgendwie erklären, jedem gegenüber… warum, warum, warum.

Wir machen uns häufig unnötig klein so Uwe Altemeier. Der Abteilungsleiter Fechten Lorenz Mohr sagte, schon die Kinder sind mit Spaß dabei. Fechten fordert und fördert Körper und Geist gleichermaßen, und erfordert Koordination, Konzentration, Ausdauer und Reaktionsvermögen. „Daneben werden wichtige mentale Stärken geschult, die sich auch neben dem Sport, zum Beispiel in Schule und Beruf, hervorragend nutzen lassen“ Können wir Sportschützen nicht genau diese Eigenschaften auch für unseren Sport reklamieren und noch vieles mehr, sagte Uwe Altemeier.

Bei den Degenfechtern muss auf der Planche absolute Ruhe herrschen, und wie ist es bei uns Sportschützen“. Wer schon mal ein Bundesliga-Finale gesehen hat, weiß wie laut es da ist. Man kann sein eigenes Wort nicht verstehen, ohne Gehörschutz geht da gar nichts. Was für eine mentale Stärke! Das ist Schießsport! Und über dieses hinaus pflegen wir aktiv unsere Tradition und die Geselligkeit. Die Aufgabe der Sportvereine wird zukünftig sein, den Mut zu haben zu investieren in modernere Sportanlagen, die Qualifizierung der Übungsleiter. Kreative und neue Wege der Mitgliedergewinnung gehen zu wollen. Neugierde wecken und Begeisterung auszulösen, das sind die Herausforderungen der Zukunft. Dann berichtet Uwe Altemeier von einem Interview mit dem Biathleten Arndt Peiffer. Frage: warum kommt Biathlon beim Fernsehzuschauer so gut an? Das liegt daran, dass das Schießen im Fernsehen sehr gut transportiert wird. Man sieht auf den ersten Blick, ob die Scheibe fällt oder nicht Es kommt immer gleich Spannung auf, wenn in der Verfolgung oder im Massenstart die Biathleten fast gleichzeitig an dem Schießstand kommen. Der Zuschauer sieht sofort, wer die Aufgabe am Schießstand am besten löst. Eigentlich bin ich schon ein bisschen traurig, so Biathlet Arnd Peiffer, denn ich habe das Gefühl das der Zuschauer zu 90 Prozent den Schießstand sieht. Man zeigt uns vielleicht noch mal Start, dann gefühlt eine Stunde am Schießstand und zum Schluss noch den Zieleinlauf.

Darüber lässt sich einmal wirklich nachdenken, so Uwe Altemeier! Insbesondere über einige Pädagogen an unseren Schulen, die mit Begeisterung Biathlon im Fernsehen schauen, aber unser Sportschießen für unsere Schüler kategorisch ausschließen. Apell von Uwe Altemeier: Lasst uns in der Gemeinschaft der Sportvereine über Konzeptionsfragen der Sportentwicklung die Köpfe zusammen stecken, man kann voneinander lernen, man muss es nur wollen.

Wenn ich daran zurück denke, als wir versuchten euch allen zu vermitteln das wir das Landesleistungszentrum für unsere Sportschützen kaufen wollen, und auf Skeptiker im ganzen Lande trafen, kann man heute sagen, das das Präsidium den richtigen Weg gegangen ist so NDSB-Vizepräsident Günther Kaste. Wir haben heute ein Landesleistungszentrum, um den uns andere Landesverbände beneiden. Wir ruhen uns jetzt aber nicht aus, in naher Zukunft werden wir die Sanitäranlagen neu machen, und wir müssen für die Sicherheit noch Altholz aus den Bäumen an den Straßen rausschneiden. Und was für euch Jungschützen, Schützinnen und Schützen wichtig ist, wir haben eine neue Landessportleitung, damit könnt ihr sicher sein, das die Landesmeisterschaften stattfinden. 

Natürlich standen auf dem Kreisschützentag auch Ehrungen an. Die Ehrennadel in Bronze des Kreisschützenverbandes Pinneberg erhielten Jan Sbresny, Kurt Mohaupt, Christian Godron, Bernd Sinner und Peter-Detlef Szimber. Die Ehrennadel in Gold bekamen Stefan Mohr und Wolfgang Vollstedt verliehen. Die Goldene Ehrennadel des Norddeutschen Schützenbundes erhielten Thorsten Glismann, Uwe Peters und Günter Steffen.

Für ihren Landesmeistertitel wurden mit der Sportlernadel in Bronze geehrt: Leon Pascal Fischer, Sabine Trantow, Maya Heuel, Clara Sophie Eckhardt, Maximilian Kurshals, Sven Pardy, Henry Kliegel, Jens Kaminski, Horst Moewius, Helmut Hatje, Gerhard Larsen, Timo Zimmermann, Mike Klode, Helge Peters, Christopher Timm, Thomas Zimmermann, Angela Spieck, Michael Ebert, Klaus-Dieter Dusza, Hans-Peter Stenger und Rainer Dau.

Die Silberne Ehrennadel für die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften wurden Paul Moerler, Anita Schröder, Birgit Bruhn, Angelika Nolte, Ralph Nolte, Hauke Reumann, Peter Kletzin, Benjamin Bugk, Klaus Jürgen Bruhn, Thomas Beise, Günter Giesbrecht, Michael Wulf, Tjorben Heinssen, Manfred Dreysel, Bernd Sinner, Andreas Altrock und Timm Dinter geehrt.

Die Sportlerehrennadel in Gold für den Deutschen Meistertitel erhielt Uwe Heincker.

Mit dem Schleswig-Holstein Lied und dem Fahnenausmarsch endete der Kreisschützentag.