NORDDEUTSCHER SCHÜTZENBUND VON 1860 e.V.
 

Silber für Brigitte Preuß

Riesenerfolg für Malenter Sportschützin Brigitte Preuß – Im Finale der besten acht LG-Seniorinnen erkämpfte sie noch DM-Silber – Keine weitere Medaille für den Norddeutschen Schützenbund

Jedenfalls einen großartigen Erfolg verbuchte der Norddeutsche Schützenbund bei den Deutschen Seniorenmannschaften der Auflageschützen mit dem Luftgewehr in Dortmund: Die 52-jährige Brigitte Preuß vom Schützenverein Malente gewann unter 272 Starterinnen der Senioren I im Alter von 51 bis 60 die Silbermedaille. Ihre Kämpfernatur stellte sie im Finale der besten acht Schützinnen unter Beweis, denn das hatte sie „gerade mal soeben“ als Achtbeste mit eindrucksvollen 316,5 Ringen erreicht. Mehr Edelmetall sprang in diesem Jahr nicht heraus, anders als in Hannover vor 14 Tagen bei den Kleinkaliber-Wettbewerben mit fünf Goldenen.

Für Brigitte Preuß war es der erste Auftritt bei einer nationalen Meisterschaft des Deutschen Schützenbundes. Mit mehreren Medaillen auf NDSB-Ebene, dabei Gold mit dem Luftgewehr mit 316,1 Zählern hatte sie bereits unter Beweis gestellt, dass sie vorn mit dabei sein konnte. „In Dortmund machte ich aber eine ganz besondere Erfahrung. Auf über hundert Zehnmeterbahnen schießen die Besten meiner Altersklasse neben mir, in der Sporthalle sind wohl gut tausend Menschen. Freunde, Fans, Familienmitglieder feiern ihre Sportler und erzeugen durch das Anfeuern einen ungeheuren Lärm“, sagt die glückliche Vizemeisterin. „Nach der Qualifikation musste ich um die Finalteilnahme zittern, weil eine weitere Schützin 316,5 erreicht hatte. Dank meiner besseren letzten Zehnerserie von 105,1:104,8 schlüpfte ich noch hinein.“ Ganz oben unter den acht Bewerbern um die Medaillen stand mit 318,5 Elke Burkert aus Bayern.

Los ging es mit zunächst zehn Luftgewehrschüssen, die Vorresultate spielten nun keine Rolle mehr. Zehn satte Zehnen ließen Preuß als Zweitbeste gleich nach oben klettern. „Danach werden weitere zwei Schüsse abgegeben. Die Achte fällt dann raus, die anderen geben jeweils zwei weitere ab. Und weiter geht es im Knock-out-System“, schildert sie die besonders für die vielen Zuschauer spannenden Abläufe. „Man muss schon sehr konzentriert sein, denn jetzt geht es nur um Zehntel - und immer weniger Damen standen neben mir.“ Die nach der Qualifikation führende Burkert wurde so „nur“ Fünfte. Brigitte Preuß hielt durch und unterlag am Ende erst der Meisterin Heidrun Schäfer, die im Vorkampf mit 316,9 Vierte war, knapp mit insgesamt 251,9:253,2. Preuß: „Ich bin mit dem Hochsteigen von acht auf zwei sehr zufrieden.“

Das erste Schulterklopfen gab es von ihrem Mann Dirk-Olaf, der bei den Senioren I als Vizemeister aus Schleswig-Holstein gute 314,2 ablieferte. Als Bester aus dem Norden landet man damit aber unter 281 Teilnehmern „nur“ auf Rang 33. Eine wahrlich gute Leistung, besonders wenn man berücksichtigt, dass er recht schwer erkrankt ist.

Wegen Erkrankung war die große Hoffnung des NDSB, Peter Weinreich vom SV Hubertus Kiel, nicht angereist. Vor einem Jahr hatte er Silber geholt. Bemerkenswert ist Rang neun von Hartmut Klemm von der SchGem Norderstedt mit 315,7 Ringen in der Seniorenklasse IV.

Unter den 60 Nordvertretern waren auch zwölf Ostholsteiner. In der Altersklasse Seniorinnen III (66 bis 70) musste Christel Gülck vom SV 64 Großenbrode aufgrund einer Neuordnung antreten, obwohl sie eigentlich wie auf Landesebene zur Altersklasse IV (71 bis 75) gehört. Sie schoss wie beim Silbergewinn in Schleswig-Holstein 312,6 Ringe, landete unter 111 Teilnehmerinnen damit auf Rang 29. „Schade, so beende ich das Sportjahr eben mit den fünf Einzel- und zwei Teamtiteln im NDSB und der Goldmedaille im KK-Schießen auf hundert Meter“, war ihr Fazit.

Für die Starter des Kreisschützenverbandes Ostholstein war die Teilnahme ein großartiges Erlebnis. Über ihren ersten Auftritt berichtet Eveline Ruth Kollenberg vom SV 64 Großenbrode trotz Erkrankung von einem „verpatztem Auftritt“. Die Vierte aus dem Land mit 311,5 in der Altersklasse III verfehlte knapp die Marke 300: „Ich konnte die Masse an Schützen und um mich herum wohl gut 400 Zuschauer um die Mittagszeit zuerst mit Lärm und Lauferei hinter uns kaum ertragen. Für mehrere Tausend Qualifizierte sind Deutsche Meisterschaften aber sportlich einfach der Höhepunkt des Jahres. Und trotz meines vorletzten Platzes unter 111 möchten mein Mann Rolf und ich 2019 wieder hin.“ Rolf Kollenberg erreichte fast exakt mit 313,2 Ringen sein Resultat als Drittplatzierte des NDSB. In Dortmund wird mit damit 65. „Egal, auch für mich war allein der Start gegen die Besten einfach reizvoll.“