
An Spannung kaum zu überbieten war die Entscheidung bei den Herren im Wettbewerb Luftpistole Auflage.
Viktor Deleske (PC Rendsburg) lieferte sich ein extrem enges Spitzenduell, bei dem die ersten fünf Schützen allesamt im 309er-Bereich lagen. Viktor Deleske erzielte starke 309,5 Ringe und belohnte sich damit mit seiner ersten Silbermedaille im Einzel bei einer Deutschen Meisterschaft.
Der Schlüssel zu seinem Erfolg lag in seiner mentalen Stärke und Ausgeglichenheit während des gesamten Wettkampfs. Er rief eine kontinuierliche Leistung ohne große Ausreißer ab. Statt sich vom Endergebnis unter Druck setzen zu lassen, lag sein voller Fokus von Beginn an auf jedem einzelnen Schuss. Selbst nach weniger gelungenen Treffern ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen, sondern behielt stets die Kontrolle für den jeweils nächsten Schuss.
In der letzten Zehnerserie schoss er gute 103,3 Ringe. Für den absoluten Höhepunkt sorgte er schließlich mit seinem allerletzten Schuss, bei dem er mit einer perfekten 10,9 – dem Höchstergebnis für einen Einzelschuss – ausschoss. Damit setzte er nicht nur ein grandioses Ausrufezeichen zum Wettkampfende, sondern krönte seine Leistung verdient mit dem Vizemeistertitel.
Die Entscheidung über Gold fiel denkbar knapp aus: Gerhard Köhler (Bad Berneck) sicherte sich mit 309,8 Ringen und lediglich drei Zehnteln Vorsprung den Titel. Für Viktor Deleske und den PC Rendsburg war es dennoch ein rundum gelungenes Wochenende. Bereits zwei Tage zuvor konnte die Mannschaft gemeinsam die Bronze-Medaille feiern.
Einen dämpfenden Moment gab es jedoch bei der Mannschaftswertung: Mannschaftskollege Holger Nesemann hatte eigentlich starke 306 Ringe erzielt, womit das Team mit insgesamt 915,7 Ringen den 6. Platz erreicht hätte. Bei der anschließenden Nachkontrolle wurde er jedoch disqualifiziert, da die Neigung seines Griffs 4 Grad zu viel aufwies – also 14 Grad statt der erlaubten 10 Grad.
Dies kam überraschend, da die Neigung bei vorherigen Waffenkontrollen nicht geprüft und bemängelt worden war Holger Nesemann nahm den Vorfall trotz der Enttäuschung mit Fassung und Sportsgeist auf: Nach 53 Wettkampfjahren lerne man eben immer noch dazu. Ein kleiner Trost blieb ihm und dem Team immerhin – durch die Disqualifikation wurde kein Medaillenplatz verbaut, da es regulär für Rang 6 gereicht hätte. So überwog im Team am Ende die Freude über Viktors Einzelerfolg.
Fotos: privat